Die Pilgerreise – eine Predigt über Psalm 84

Gleich zu Beginn dieser Predigt muss ich etwas bekennen: Ich bin noch nie gepilgert! Doch das wird sich heute ändern. Heute werden wir gemeinsam auf eine Pilgerreise gehen. Eine Pilgerreise, die unserem Leben entspricht, eine Pilgerreise, die unser Leben beschreibt. In unserem Leben erleben wir immer wieder verschiedene Phasen. Phasen, die aufeinander folgen, sich abwechseln oder vielleicht sogar gleichzeitig auftauchen. Da gibt es Phasen des Aufbruchs, Phasen in denen wir unterwegs sind und schließlich Phasen, in denen wir das Gefühl haben, angekommen zu sein, das Ziel erreicht zu haben.

Unser Leben beschreibt die Phasen einer Pilgerreise.

Die Pilgerreise, die wir heute gemeinsam beschreiten werden, orientiert sich an einem Kapitel aus der Bibel. Es ist der Psalm 84. Auf unserem gemeinsamen Weg werden wir diesen Psalm hören. Er wird unseren Weg begleiten und uns den Weg weisen, denn auch dieser Psalm beschreibt eine Pilgerreise. Eine Pilgerreise, die ein Mensch hier in dem Psalm erlebt, aber mit ihm noch viele andere Menschen.

Ich lade dich dazu ein, mit mir auf diese Pilgerreise zu gehen und herauszufinden, an welcher Stelle dieser Pilgerreise sich dein Leben gerade abspielt.

Die Vorbereitung

Ps 84, Verse 2–5: Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR der Heerscharen! Es sehnt sich, ja, es schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des HERRN, mein Herz und mein Leib, sie jauchzen dem lebendigen Gott zu. Auch der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für sich, wo sie ihre Jungen hingelegt hat – deine Altäre, HERR der Heerscharen, mein König und mein Gott! Glücklich sind, die in deinem Haus wohnen. Stets werden sie dich loben.

Der Beter des Psalm hat Sehnsucht. Er hat Sehnsucht nach einem Ort an dem er jetzt gerade nicht ist. Er sehnt sich nach Gott. Er will dort sein, wo Gott ist, nämlich in Gottes Tempel. Der Beter wusste, der Tempel Gottes ist der Ort der Gegenwart Gottes ist. Im Tempel in Jerusalem auf dem Berg Zion kommt Gott seinem Volk Nahe, dort ist der Ort, wo Gott dem Menschen begegnet.

Und genau das will der Beter erleben. Danach sehnt er sich mit Herz und Leib, mit allem, was ihn ausmacht. Es sind nicht nur Gedanken, die er über Gott hat, sondern er spürt eine tiefe, innere Sehnsucht nach dem Ort der Gegenwart Gottes.

Er weiß, es gibt einen Ort, der ist anders als dieser, der verspricht mehr zu sein, als alles was jetzt da ist. Wir erfahren nichts über den Ort, an dem sich der Beter gerade befindet. Aber das zählt auch nicht. Das, was zählt ist die Gegenwart Gottes, von der sich der Beter so viel erhofft, von der sich der Beter alles erhofft.

Doch der Beter sehnt sich nicht nur nach einer überirdischen, fremden, distanzierten Kraft, sondern er sehnt sich nach der Gegenwart des lebendigen Gottes. Das ist ein persönlicher Gott, ein persönlicher Gott, der sich seinem Volk zuwendet. Ein Gott, der lebt, der an seinem Leben Anteil gibt, weil er die Pilger bei sich wohnen lässt. Ein Gott, der nicht abseits von allem existiert, sondern der lebt – der das Leben selber ist und seinem Volk das nicht vorenthält.

Und warum erwartet er alles von diesem Ort? Weil er weiß: Dort bin ich sicher, dort finde ich Schutz, dort bin ich geborgen. Es gibt einen Ort, der sogar den kleinsten Vögeln Schutz bietet. Es gibt einen Ort, bei dem er sich niederlassen kann, einen Ort, wo er zur Ruhe kommt, weil er sich dort zu Hause fühlt. Einen Ort, der dem Beter Schutz bietet, weil dort der Herr der Heerscharen zu Hause ist. Der Beter besingt die Leute, die schon dort sind. Die Leute, die in seinem Haus wohnen. Die diesen Schutz und diese Geborgenheit schon jetzt erfahren. Danach sehnt sich der Beter mit allem, was ihn ausmacht.

Das ist der Aufbruch unserer Pilgerreise. Unsere Pilgerreise geht da los, wo wir eine Sehnsucht verspüren. Wo wir eine Idee davon haben, dass das, was wir jetzt sehen, was wir erleben, was wir fühlen, nicht alles ist. Eine Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Schutz, nach etwas Konstantem. Ein Ort, wie ein Zuhause. Ein Ort, wo wir wissen: Da gibt es mehr. Da begegnet uns Gott. Am Beginn unserer Pilgerreise steht die Sehnsucht.

Für den Beter war klar, dass er das, wonach er sich sehnt, allein bei Gott findet. Er hatte eine sehr genaue Vorstellung davon, dass seine tiefsten Sehnsüchte von Gott gestillt werden. Ich glaube, dass erleben wir heute oft anders. Die Suche nach Glück, Sinn, Liebe, Erfüllung oder Schutz mündet nicht automatisch in die Suche nach Gott. Wir leben in einer Zeit, in der es nicht selbstverständlich ist, nach Gott zu fragen. Vielleicht fragen wir nach erfüllten Beziehungen, nach befriedigenden Erlebnissen, nach dem nächsten Kick.

An dieser Stelle fühle ich mich herausgefordert, weil auch ich mit meiner Suche oft nicht bei Gott anfange. Ich fühle mich herausgefordert, weil der Psalmbeter eine andere Vorstellung davon hat, wo er mit seiner Suche anfängt: Der Psalmbeter weiß: Das was ich suche, finde ich bei Gott, denn Gott ist derjenige, der mir Schutz und Geborgenheit bietet! Gott steht am Ziel meiner Sehnsucht!

An dieser Stelle können wir von dem Psalmbeter lernen.

Doch gibt es auch einen entscheidenden Unterschied zwischen uns und dem Psalmbeter: Für den Beter ist der Ort der Gegenwart Gottes der Tempel auf dem Berg Zion in Jerusalem. Das hat sich für uns geändert. Es hat sich durch das Neue Testament geändert. Paulus schreibt an die Christen in Korinth: „Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid und dass Gottes Geist in eurer Mitte wohnt?“ Der Tempel Gottes steht nicht mehr in Jerusalem. Der Tempel Gottes sind die Christen, die zu seiner Gemeinde gehören. Der Tempel Gottes ist dort, wo der Geist Gottes in uns wohnt, also in dir und in mir. Das heißt der Ort der Gegenwart Gottes hat sich vom Tempel in Jerusalem verschoben in den Tempel, der wir selber sind.

Das haben wir den Psalmbeter voraus. Gott lebt in uns, weil er in Jesus Christus auf diese Erde gekommen ist und durch den Heiligen Geist in uns wohnt.

Allerdings geht es mir dann doch wieder ähnlich wie dem Beter. Obwohl ich die Gewissheit habe, dass Gott in mir und in uns wohnt, mache ich immer wieder die Erfahrung, dass ich trotzdem Orte, Zeiten und Gewohnheiten brauche, die mir helfen, Gottes Gegenwart zu spüren und mit meinen Sorgen, Wünsche und Sehnsüchte zu ihm zu kommen. Das ist bei mir zum einen die halbe Stunde morgens bevor ich nach Ewersbach fahre. Ich trinke einen oder zwei Kaffee, frühstücke und lese Bibel. Zum anderen ist das der Gottesdienst am Sonntag morgen. Dort höre ich auf Gottes Wort, treffe andere Christen und bete mit ihnen zusammen Gott an.

Wo ist bei dir der Ort, wo du erfahren hast: da begegnet dir Gott … Gibt es diesen Ort … Ist es diese Gemeinde … der Gottesdienst … deine Freunde … deine Musik … Dein Wald … deine Kinder … dein Sport? Wo ist der Ort an dem Gott dir begegnet?

Der Weg

Von der Sehnsucht nach Gott getrieben, startet unsere Pilgerreise. Das beschreibt auch der Psalmbeter:

Ps. 84,6–8

Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind! Sie gehen durch das dürre Tal und machen es zu einem Quellort. Ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen. Sie gehen von Kraft zu Kraft, bis sie erscheinen vor Gott in Zion. 

Nachdem sich der Beter anfangs direkt an Gott gewandt hat, ändert er jetzt seine Sprechrichtung. Er beschreibt den Weg der Pilger. Sie sind glücklich, weil sie in ihrem Herzen gebahnte Wege haben. Man könnte auch sagen, sie sind glücklich, weil sie Pilgerwege in ihren Herzen haben. Sie haben in ihren Herzen den Entschluss gefasst, sich auf den Weg zu machen. Sie bleiben mit ihrer Sehnsucht nicht stehen, sondern machen sich auf den Weg, denn sie wissen, dass es sich lohnt.

Voller Motivation geht es also los.

Aber halt! Der Beter holt uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Er kennt das Leben. Er sagt: Sie gehen durch das dürre Tal. Er weiß, dass der Pilgerweg nicht immer geradlinig ist und man nicht nur über grüne Wiesen streift. Die Pilger wandern durch dürre Täler, sie erleben Zeiten der Trockenheit, Zeiten der Dürre.

Unterwegs in unserem Leben gibt es auch diese Trockenzeiten. Zeiten in denen wir uns Fragen, wo geht es eigentlich hin, warum sind wir aufgebrochen? Zeiten, in denen alles um uns herum Wüste zu sein scheint, Zeiten in den wir am liebsten umkehren möchten. Obwohl wir gerade noch voller Motivation gewesen sind, erleben wir Zeiten der Trockenheit.

Doch der Beter ist hoffnungsvoll. Die Pilger, von denen er spricht, gehen zwar durch dürre Täler, aber gleichzeitig geschieht eine große Veränderung. Aus den dürren Tälern werden Quellorte, Orte des Lebens! So wie der Frühregen das dürre Land mit Wasser versorgt, so ändert sich die Situation der Pilger. Also es scheint weiter zu gehen, es scheint sich etwas zu tun. Die Pilger gehen unermüdlich weiter, weil sie Kraft bekommen. Er sagt: Sie gehen von Kraft zu Kraft. Sie bekommen Kraft von ihrem Ziel! Sie bekommen Kraft, weil sie ihre Kraft in Gott haben. Der Beter kennt die trockenen Zeiten des Lebens, aber er weiß gleichzeitig, dass diejenigen, die ihre Kraft in Gott haben, auch die trockensten Zeiten überstehen können. Der Pilger geht immer und immer weiter, weil er seine Kraft von seinem Ziel bekommt!

Ich gebe zu, für unsere aufgeklärten Geister ist es oft schwierig nachzuvollziehen, wie das funktionieren soll. Wie soll das funktionieren, dass wir die Kraft von unserem Ziel her bekommen, dass wir auf den Durststrecken unseres Lebens spüren, da ist eine Kraft, die mir hilft?

Unsere Realität sieht doch so aus, dass wenn wir zu einer Alm wandern und keine Versorgung für unterwegs mitgenommen haben, der Kaiserschmarren und das Radler nicht einfach von der Alm zu uns kommen. Wenn wir für unterwegs nicht vorgesorgt haben, haben wir ein Problem, weil wir kraftlos und müde werden. Wie kann der Psalmbeter sagen, dass die Kraft von ihrem Ziel bekommen?

Ich glaube es ist eine Sache der Perspektive. Früher habe ich sehr gerne „Die Simpsons“ geschaut, also diese typisch amerikanische Familie aus Springfield mit ihren alltäglichen Problemen. In einer Folge betet Bart, der Sohn. Er spricht ein Tischgebet: „Lieber Gott, wir danken dir für gar nichts, denn wir haben alles selber bezahlt. Amen.“

Im ersten Moment klingt es absurd. Kein Mensch würde so beten. Aber es zeigt mir, wie selbstverständlich viele Dinge für mich sind. Wenn wir beten: Unser tägliches Brot gibt uns heute, dann drücken wir damit aus, dass unser Leben, unsere Gesundheit, nicht selbstverständlich sind, sondern, dass wir dieses alles aus Gottes Hand nehmen.

Unser Leben, unsere Freunde, unsere Familie sind Geschenke, die Gott uns macht. Das sind Versorgungen auf unserer Pilgerreise, die für mich oft so selbstverständlich sind.

Jemand hat gesagt, wer wandert bzw. pilgert, ermüdet nicht, weil in dem Wandern selbst die Kraft liegt. Ich weiß nicht. Meine Erfahrung ist eine andere. Obwohl ich noch nie gepilgert bin, merke ich, wenn ich wandern gehe, brauche ich Pausen. Ich bekomme Muskelkater. Ich habe Beschwerden. Wandern ist für mich nicht immer leicht. Und ich glaube auch das Leben, unsere Pilgerreise ist nicht immer leicht.

Aber der Psalmbeter macht mir Mut. Er schenkt die Hoffnung, dass diejenigen, die sich auf den Weg zu Gott machen, dass diejenigen, die nach Gott fragen, auch die Kraft von ihm bekommen werden.

Wer eine Zeit der Dürre in seinem Leben erlebt, der freut sich über Wasser und etwas zu Essen. Wer gerade mutlos ist, der freut sich über jemanden, der ihm aufhilft. Wer an seiner Schuld verzweifelt, der freut sich über jemanden, der ihm seine Schuld abnimmt.

Wir haben oben schon gesehen: der Tempel Gottes ist seine Gemeinde, sind wir. Dadurch, dass er so in uns und unter uns lebt, stärkt er uns aus, rüstet uns aus.

Der Beter beendet diesen Abschnitt mit dem Satz: Bis sie erscheinen vor Gott in Zion. Das ist unsere Hoffnung. Wir dürfen darauf hoffen, dass wir Gottes Gegenwart erleben. Und zwar konkret. Der Beter macht deutlich, dass diejenigen, die auf Gott vertrauen, schon auf ihrem Weg erleben, wie sie Kraft bekommen, dass sie schon auf dem Weg von ihrem Ziel, von Gott, gestärkt werden. Wenn wir in einer Phase sind, wo wir in der Wüste unterwegs sind, dann haben wir die Hoffnung, dass Gott uns mit dem versorgt, was wir brauchen. In unserem Alltag, unsere Freuden und unsere Schmerzen. In alledem haben wir die Hoffnung, dass Gott da ist, sich uns annimmt und uns das gibt, was wir brauchen.

Das ist der Weg, die eigentlich Reise. Wir sind unterwegs und erleben, dass es dürre Zeiten gibt und haben gleichzeitig die Hoffnung und erleben, dass Gott uns versorgt und die Dürre in Leben verwandelt.

Das Ziel

Und dann gibt es Zeiten, wo wir das Gefühl haben, angekommen zu sein. Zeiten der Ruhe, Zeiten, die uns gut tun. Auch das kennt der Psalmbeter. Ich lese weiter:

Ps 84,9-13

HERR, Gott der Heerscharen, höre mein Gebet! Vernimm es, o Gott Jakobs! Blicke doch, o Gott, auf unseren Schild! Schaue an das Antlitz deines Gesalbten! Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als [sonst] tausend. Ich will lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes als wohnen in den Zelten der Gottlosen. Denn Gott, der HERR, ist Sonne und Schild. Gnade und Herrlichkeit wird der HERR geben, kein Gutes vorenthalten denen, die in Lauterkeit wandeln. HERR der Heerscharen! Glücklich ist der Mensch, der auf dich vertraut!

Nun wendet sich der Beter wieder direkt an Gott: Herr, Gott der Heerscharen! Er fleht ihn an: Höre mein Gebet. Sieh mich an und steh mir bei! Der Beter scheint in der Nähe des Tempels zu sein. Er scheint dort zu sein, wo Gott ihm nahe ist. Er bekennt: Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend! Mit anderen Worten, deine Gegenwart, Herr, ist besser als alles, was ich mir sonst je erträumen könnte. Wer einmal Gottes Nähe und Fürsorge erlebt, der kann und will nicht anders, als das immer zu erleben, als immer in Gottes Nähe zu sein. Wem Gott nahe gekommen ist, der wird sich wieder und immer danach sehnen, ihm nahe zu sein.

Wir haben zu Beginn unserer Reise gesehen: Es gibt diese Sehnsucht. Sehnsucht nach mehr, Sehnsucht nach etwas, das jetzt noch nicht da ist. Und genau diese Sehnsucht wird nun gestillt. Er ist bei Gott angekommen und bekennt, dass es in der Gegenwart Gottes am besten ist.

Der Psalmbeter entscheidet sich: Ich will lieber in deinem Haus sein, als in den Zelten der Gottlosen zu wohnen. Der Beter malt aus, dass er bei Gott wohnen möchte. Er will in Gottes Haus wohnen und nicht in irgendwelchen Zelten, nicht bei irgendwelchen Menschen, die Gott nicht kennen.

Und er sagt uns auch warum: Der Herr ist für ihn Sonne und Schild. Sonne, das heißt, er lässt Leben entstehen. Sonne brauchen wir zum Leben, Sonne schenkt Energie, Sonne ist die Kraftquelle, die Leben entstehen lässt. Und der Psalmbeter identifiziert die Sonne mit Gott. Gott schenkt uns Leben. Außerdem ist Gott unser Schild. Das Leben, das Gott schenkt, erhält er auch. Er beschützt uns und steht uns bei. Ein Schild schützt uns vor den Feinden, schützt uns vor Dingen die uns bedrohen. Gott tut beides: Er schenkt und er erhält uns das Leben. Der Beter möchte in dem Haus des Herrn wohnen, weil der Herr ihm Leben schenkt und ihm sein Leben erhält.

Es wird hier immer wieder wiederholt: Gnade und Herrlichkeit wird der HERR geben, kein Gutes vorenthalten denen, die in Lauterkeit wandeln. Der Psalmbeter sagt uns hier zu, dass diejenigen, die sich auf den Herrn verlassen, die gemerkt haben, meine Sehnsucht wird bei Gott gestillt, Gottes Gegenwart ist der Ort, wo ich zuhause bin, die werden von Gott beschenkt werden.

Wenn du in einer Situation bist, in der du das nicht erlebst, wird es sich vermessen anhören. Es klingt nach Überfluss, Reichtum, Gnade, Liebe. Große Worte, vielleicht sind es für dich sogar hohle Worte. Worte, mit denen du nichts anfangen kannst. Aber du kannst gewiss sein, dass die Worte des Psalmbeter gelten: Glücklich ist der Mensch, der auf dich – der auf Gott – vertraut! Der Beter freut sich über die Menschen, er preist die Menschen, die sich auf Gott verlassen.

Ich vertraue Gott, denn ich weiß, bei ihm bin ich sicher. Das heißt nicht, dass es nicht auch schwere Zeiten, dürre Täler gibt, aber das heißt, dass ich in der Hoffnung lebe, dass Gott mir die Kraft schenkt, die ich brauche, sodass ich das Ziel erreiche. Das Ziel der Pilger war der Tempel in Jerusalem und unser Ziel ist die Gegenwart Gottes in unserem Leben. An den Orten, wo du dich von Montag bis Samstags aufhältst aber auch in der Gemeinde.

Die Pilger haben das erlebt, die sich auf den Weg zum Tempel in Jerusalem gemacht haben, der Beter des Psalm hat das erlebt und ich habe das erlebt.

Schluss

Ich lade dich nun ein, in einer Zeit der Stille darüber nachzudenken, an welcher Stelle dieser Pilgerreise du gerade stehst.

Es kann sein, dass du im Moment am Anfang der Reise stehst, dass du diese Sehnsucht spürst nach etwas, das mehr ist, eine Sehnsucht nach Gott. Ich wünsche dir, dass du erlebst, dass Gott für dich da ist und dass du ihm vertrauen kannst.

Vielleicht bist du aber auch unterwegs. Vielleicht sogar im wörtlichen Sinne viel unterwegs. Dann kann es sein, dass alles um dich herum schon grün geworden ist, dass Gott dir die Kraft geschenkt hat, die du brauchst. Vielleicht ist es aber auch noch trocken und du gehst durch ein sehr dürres Tal. Dann wünsche ich auch dir, dass Gott dir die Kraft schenkt, die du brauchst. Du kannst dich darauf verlassen, dass du nicht allein bist. Erstens: Gott ist da. Gott geht mit dir! Und zweitens gibt es andere Pilger auf deinem Weg, die dir helfen können, an die du dich wenden kannst. Hier in der Gemeinde oder in deinem Hauskreis. Ich wünsche dir, dass du die Kraft Gottes erfährst.

Vielleicht bist du aber auch gerade am Ziel. Bei dir läuft es gut. Du spürst die Gegenwart Gottes und hast erlebt, dass Gott dich beschützt und dir Leben schenkt. Dann lade ich dich ein, zusammen mit dem Psalmbeter davon zu erzählen und es mit anderen zu teilen. Auf andere zuzugehen und sie auf ihrer Reise zu unterstützen. Ich lade dich ein, die Kraft die du von Gott empfangen hast, weiter zu geben.

Amen.

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